Young Adult… und was dann?

Wieso lese ich eigentlich so gern Young Adult? Ich glaube, diese Frage stellt man sich zwingend, wenn man so langsam wirklich der Zielgruppe entwächst, aber weiterhin YA-Bücher bevorzugt. Was hält mich als LeserIn Mitte zwanzig oder älter in diesem Genre? Ich habe mir diese Frage persönlich schon öfter gestellt und, da ich viele Leute kenne, die ebenfalls bei YA bleiben, egal, wie alt sie sind, habe ich versucht, sie zu beantworten. Dafür habe ich in meinem Freundeskreis und auf Twitter nachgefragt, welche Gründe es für oder auch gegen YA gibt und dabei sind mir noch einige interessante Punkte untergekommen und es hat sich eine ganz andere Frage gestellt: Young Adult… und was dann? Aber dazu später mehr.

Vorweg sei natürlich gesagt, dass es absolut egal ist, ob man als Erwachsener gern Jugendbücher liest oder eher auf Literatur für Erwachsene zurückgreift. Ich höre sehr oft das Qualitätsargument: „Aber YA ist eben doch auf Jugendliche zugeschnitten und deshalb nicht so anspruchsvoll“ und ich finde das ehrlich gesagt eher daneben, denn es trifft einfach nicht zu. Ob ein Roman Anspruch hat oder nicht, ob er gut unterhält oder mitreißt, hängt weder von Genre noch von Zielgruppe ab. Dieser Artikel soll also kein „YA / Erwachsene Literatur ist besser, weil…“ sein, sondern einfach eine Frage beantworten, die ich mir schon seit einiger Zeit stelle: Wieso lesen wir YA?

DIVERSITY IST NICHT NUR WICHTIG, BIS MAN 20 WIRD

Der Elefant im Raum ist sicherlich zu aller erst die Frage nach Diversität und inklusiven Geschichten, die die Buchwelt seit einigen Jahren beschäftigt, und hier möchte ich auch gleich einhaken, denn sie ist einer meiner Hauptgründe, warum ich bei YA bleibe: Das Jugendbuch galoppiert der Literatur für Erwachsene, was die Inklusion von Figuren und Themen abseits von weiß, cis und hetero* angeht, in einem Affenzahn davon. Die YA wird immer inklusiver. Sie gibt queeren und nichtweißen Jugendlichen positive Geschichten mit auf den Weg, die Mut machen und helfen, die eigene Identität zu finden und zu verstehen.

Das ist großartig. Aber es fehlt auf dem Buchmarkt für Erwachsene. Es fehlt so sehr. Schaut man sich an, was gerade im Trend liegt – großteils historische Romane, Familiengeschichten und Krimis und Thriller, sind die Geschichten überschwellig die von weißen, heterosexuellen HeldInnen. Ausnahmen gibt es natürlich, aber sie bestätigen eben die Regel. Dazu kommt, dass besonders Queerness in der Welt der Erwachsenenliteratur noch immer ein Stück weit tabuisiert wird. Sie ist das dunkle Geheimnis, der Plottwist oder wird anderweitig eher negativ dargestellt.

Was mir persönlich hier ganz stark fehlt, sind einerseits natürlich Geschichten für Erwachsene mit queeren, nichtweißen HeldInnen – aber auch Geschichten, die ältere LeserInnen auf dieselbe Weise abholen und unterstützen wie es die YA für Jugendliche tut. Ja, Erwachsene brauchen diese Stütze weniger, als Jugendliche, aber oft brauchen sie sie doch. Was ist zum Beispiel mit Menschen, die ihr Coming Out nicht mit siebzehn hatten, weil sie Angst hatten, sich ihrer Sexualität noch unsicher waren oder aus anderen Gründen auch mit Mitte zwanzig oder dreißig oder älter einfach noch nicht out sind? Die Literatur, die für diese Altersgruppen geschrieben wird, holt solche LeserInnen nicht ab.

Und auch für weiße, heterosexuelle LeserInnen ist es in meinen Augen nicht gut, nur über Menschen zu lesen, die so sind, wie sie. Es wird nicht dazu angeregt weiterzudenken oder über den Tellerrand zu schauen und gerade heutzutage fände ich das extrem wichtig. Stattdessen hat die eher negative Darstellung queerer Themen oder aber auch von PoC eher eine gegensätzliche Wirkung: Sind sie immer der Auslöser für Probleme und Tragödien oder dargestellt als etwas Verruchtes, das geheim bleiben muss, setzt sich auch das in den Köpfen fest.

Das ist in meinen Augen eines der größten Probleme der Erwachsenenliteratur im Moment. Sie ist kaum inklusiv und sie holt moderne Erwachsene nicht da ab, wo sie stehen. Sie bietet keinerlei Möglichkeit für zum Beispiel erwachsene queere LeserInnen, die nun mal andere Probleme haben, als jugendliche LGBTQ-LeserInnen, sich selbst und diese Probleme auf positive Weise im Roman repräsentiert zu sehen. Im Gegenteil sind besonders historische Romane und die im Moment so beliebten Familiengeschichten oft durch sehr starre, heteronormative Muster geprägt und mich, und viele andere LeserInnen zwischen 20-35 (und darüber hinaus) stört das. Die YA bricht diese Muster im Moment erfolgreich auf. Und ich hoffe, dass die Erwachsenenliteratur bald folgt.

FIKTION & LEBENSREALITÄT: WENN DIE GRÄBEN ZU BREIT WERDEN

Ein Problem, das ich mit Young-Adult-Literatur immer öfter habe ist, dass ich mich zwar mit den angesprochenen Themen identifizieren kann, nicht aber mit den jugendlichen HeldInnen selbst. Und das ist ja auch normal. Ich bin 26. Schulalltag, erste Liebe, Probleme mit den Eltern und dergleichen sind für mich kein Alltag mehr und es fällt mir immer schwerer, diese Probleme der HeldInnen nachzuvollziehen. Allerdings bietet mir auch die Erwachsenenliteratur zum großen Teil so gut wie keine wirkliche Identifikationsfläche.

Meine Freundin Eva (25) zum Beispiel liest YA, weil sie sich als Studentin mit den Problemen von Teenagern immer noch besser identifizieren kann, als mit denen von Erwachsenen, deren Geschichten von Scheidungen, Eheproblemen und anderen Themen handeln, die für Eva einfach nicht relevant sind. Und während das Themen sind, die sicherlich andere LeserInnen ansprechen, gibt es da natürlich noch die beinahe perfekten Erwachsenen, die mit Ende 20 bereits erfolgreiche AnwältInnen, InspektorInnen oder BestsellerautorInnen und KünstlerInnen sind und Ihre Mitte gefunden haben.

Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass das für die meisten Menschen zwischen 20-35 ein Traum ist, aber nicht die Realität. Eva und mir fehlen Bücher über Menschen in unserem Alter, die eben auch noch auf der Suche nach der eigenen Identität sind, die noch nicht angekommen sind. Sophia (23) geht noch einen Schritt weiter und spricht in diesem Zusammenhang an, dass ihr im Roman für Erwachsene oft die Figurenentwicklung fehlt. Aber wohin auch entwickeln, wenn eigentlich schon alles erreicht ist und nur der Traumpartner zum Glück fehlt, wie es in beinahe jedem Chick-Lit-Roman der Fall ist?

Lustigerweise haben mir die Romane von Sophie Kinsella zum Beispiel als Jugendliche besser gefallen, als heute, wo ich selbst im Alter ihrer Romanheldinnen bin. Damals war mir noch nicht klar, dass die meisten Menschen mit 29 eben nicht unabhängig und glücklich in einer schönen Wohnung in der Innenstadt einer Metropole leben und ihren Traumjob haben. Heute fühle ich mich von Heldinnen wie Lara (29) aus Kinsellas „Charleston Girl“ (das ich trotzdem sehr liebe) eher entfremdet. Ich kenne niemanden, der wie Lara ist. Und während es solche Menschen sicherlich gibt und hier bestimmt auch eine Portion Wunschdenken und Träumen eine Rolle spielt, was man beim Lesen natürlich dürfen soll, wünsche ich mir von der Literatur für Erwachsene mehr HeldInnen, die eben noch nicht angekommen sind.

YOUNG ADULT: MANCHMAL GEWÜNSCHT, MANCHMAL NOTLÖSUNG

Ein weiterer Punkt, der öfter fiel, war, dass Erwachsenenromane unnötig sexualisiert daherkommen: Sexszenen alle paar Kapitel sind in vielen Genres ein Muss, besonders auch in der Fantasy. Und ich bin nicht die einzige, die darauf gern verzichten könnte, besonders, wenn Sexszenen genutzt werden, um einen Roman “provokant” zu machen. Generell spricht Eva einen wichtigen Punkt an, der meine Probleme mit der Erwachsenenliteratur gut zusammenfasst und auch, warum ich persönlich zurückzucke, wenn ein Buch mal wieder als „provokant“ betitelt wird:

Moderne Literatur will oft besonders sein, deshalb wird alles auf “edgy” getrimmt. YA-Literatur schämt sich nicht dafür, dass sie erstmal Geschichten erzählen will, die unterhalten und spannend sind, deshalb funktioniert YA für mich viel besser. – Eva

Wichtig hierbei finde ich auch, dass “edgy” in diesem Fall oft mit “problematisch” gleichzusetzen ist, dass es als provokant gilt, Grenzen zu überschreiten und “nicht politisch korrekt” zu sein. In der Young Adult hingegen gibt es im Moment viel eher eine Strömung, die auf viel angenehmere Weise “provokant” ist: Sie kreidet soziale Missstände an und liefert positive Geschichten für LeserInnen abseits dessen, was als Norm betrachtet wird. Oft gelingt es der YA auch, wichtige Themen ganz nebenbei in eine spannende Handlung einzubauen und ich gehe davon aus, dass das aus den Gründen geht, die Eva nennt: YA versucht meistens nicht, provokant zu sein. Und deshalb ist sie so unterhaltsam.

Als ich meine Freundin Alex (27) gefragt habe, wieso sie lieber Bücher für Erwachsene liest, hat sie angesprochen, dass ihr gefällt, dass Bücher für Erwachsene im Gegensatz zu YA weniger in schwarz und weiß denken. Ethische und moralische Fragen und Probleme haben oft Grautöne, die in der YA fehlen. Und während mir das auch gefällt, sehr sogar, habe ich trotzdem all diese Probleme mit Romanen für Erwachsene. Und das bringt mich zu der Frage, die bei der Vorbereitung für diesen Artikel aufgekommen ist und die ich glatt als Titel übernommen habe: Young Adult… und was dann?

Ich bin an einem Punkt, an dem ich gern mehr Bücher für Erwachsene lesen möchte. Aber ich finde selten welche, die nicht die oben angesprochenen Probleme mitbringen. Natürlich gibt es da tolle Ausnahmen: Celeste Ng, Carol Rifka Brunt, Donna Tartt und andere AutorInnen erzählen auch für Erwachsene inklusive, lebensnahe Geschichten, die abholen und mitnehmen. Aber sie sind am Ende doch Ausnahmen in einem Meer aus Geschichten, die das nicht tun. Und ja, natürlich lese auch ich zur Unterhaltung gern mal einen Chick-Lit-Roman oder eine Geschichte über alte Familiengeheimnisse, wie sie im Moment so im Trend liegen. Aber es macht mich traurig, dass nur das angeboten wird. Denn es mag unterhalten, aber ich finde mich selten darin wieder.

Und ich möchte mich in Büchern wiederfinden können. Ob es Nebenfiguren oder HeldInnen sind, ob die Thematiken im Hintergrund mitlaufen oder im Vordergrund stehen, ich möchte, dass sich die Literatur für Erwachsene umschaut und sagt: „Ja, ich sehe euch, ich weiß, dass es euch gibt.“ Und solang der größte Teil der Erwachsenenliteratur das nicht liefert, werde ich YA lesen. Denn dort finde ich diese Botschaften. Auch, wenn ich mir mit 26 ein wenig im Stich gelassen vorkomme. Denn die Probleme, die Suche nach sich selbst, das alles hört nicht magisch auf, wenn man 20 wird. Bücher darüber aber gibt es kaum. Deshalb lese ich YA. Selbst, wenn mir gerade nicht nach YA ist. Denn ich habe kaum andere Möglichkeiten.

Ist das der Grund, warum so viele LeserInnen zwischen 20-35 und oft auch darüber hinaus eher zu YA greifen, als zu Geschichten für Erwachsene? Weiß ich nicht. Aber es ist der Grund, warum ich es tue. Und nach dem, was ich in meinem Freundeskreis und auf Twitter gehört habe, bin ich damit nicht allein. Es gibt viel an Young Adult, das mich stört: Dreiecksromanzen, konstruierte Probleme, zu viel Drama. Aber für die clever behandelten wichtigen Themen, die in der YA immer prominenter werden, nehme ich das in Kauf. Es ist aber ein Stück weit eine Notlösung. Denn ja, ich möchte solche Geschichten lesen, die von Figuren handeln, die in meinem Alter sind, Probleme haben, die ich kenne – aber das ist leichter gesagt, als getan, denn wo sind diese Geschichten? Am Ende holt die Literatur für Erwachsene mich und meine Generation, Millenials, LeserInnen im Alter 20-35, nicht da ab, wo wir stehen. Und das finde ich sehr schade.

Wie sieht das bei euch aus? Lest ihr gern Young Adult oder bevorzugt ihr Literatur für Erwachsene? Könnt ihr diese Probleme nachvollziehen? Habt ihr noch andere Probleme mit dem momentanen Stand des Literaturmarkts? Lasst mir doch gern einen Kommentar da!


*Ich erwähne in diesem Artikel oft queere Menschen und PoC. Natürlich gelten alle Punkte auch für Menschen mit Beeinträchtigungen, psychischen Problemen oder generell für Lebensrealitäten, die als “abseits der Norm” betrachtet werden und nicht in der Literatur vorkommen.

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29 comments

  1. Hey,
    das ist wirklich gut, und reflektiert auch mich selbst fast sehr gut.
    Ich werd in 10 Tagen 32 – und ja, ich lese bevorzugt immer noch Young Adult. Ich hab keinen genauen Punkt, wieso, weshalb, warum – aber bei all deinen Worte konnte ich nur nicken und sagen: Ja, das scheint auch ein Grund bei mir zu sein.
    Ich denke, es gab bei mir eine Zeit, da habe ich kaum gelesen. Das war tatsächlich eben in meiner Jugend, als Kind habe ich extrem viel gelesen und nun mache ich es auch wieder – aber eben im Alter von 16 – 23 ungefähr, da gab es kaum Bücher. Zumindest keine, die mir so stark im Gedächtnis geblieben sind. Deswegen denke ich, dass ich auch vieles nachhole, ich fühle mich selbst eben noch nicht als Frau von 30+, ich kann mich da nicht wiederfinden, und das ist wohl auch ein Grund, weswegen mich diese Literatur für Erwachsene so gar nicht anspricht.
    Außerdem ist auch ein großer Punkt, dass ich es fast gar nicht mag, wenn ich zu viele Sexszenen lesen muss – gerade in den ersten Kapiteln brauch ich das nicht, da möchte ich die Charakter kennen lernen, dass Setting ansehen und und und, aber ich möchte nicht wissen, wie “geil” jemand gerade auf wen anderes ist, sorry.
    Und wie du auch schriebst, meist interessieren mich die Themen der Bücher nicht, wobei ich bei Young Adult eigentlich immer wieder was finde, und sei es nur eine Liebesgeschichte in der Highschool, schön leicht und schnell zu lesen. Ich möchte eben nicht lesen, dass jemand erfolgreiche Anwältin ist, den mega heißen Typen an der Angel hat und dennoch lieber jemand anderes möchte. Dann lieber das Mädchen, dass nicht aus sich herauskommt, keine Ahnung hat, was es mit sich anfangen soll und boom, Traumtyp ist da *lach* Mag sein, dass es ähnlich klingt, aber dennoch packt mich Zweiteres dann mehr. Ich mag über Probleme lesen, wo ich sage: Yup, da seh ich mich, dass kenn ich. Ich mag über Charaktere lesen, die über sich hinauswachsen. Und wenn ich dann die Klappentexte der Erwachsenenliteratur lese… nein.

    Ich glaube, dass ich auch in ein paar Jahren noch sehr in der Young Adult Abteilung hängen werde. Das bin ich einfach. Und da fühle ich mich wohl, das ist meine Comfort-Zone 🙂

    Liebe Grüße,
    Julia

    1. Hallo Julia! Danke für deinen schönen, langen Kommentar! Es geht mir wirklich ganz ähnlich wie dir. Mit der supererfolgreichen Frau, der nur noch der Traumtyp fehlt, kann ich mich einfach nicht identifizieren. Mit dem unsicheren Mädchen schon eher, wenn auch nicht ganz, aber das Mittelding fehlt einfach, das gibt es in Büchern leider nicht (oft).

      Alles Liebe,

      Kat

  2. Hallöchen,
    wieso ich nach wie vor Young Adult lese, frage ich mich tatsächlich auch regelmäßig. Ich hatte Anfang des Jahres eine kurze Phase, in der ich mich für anspruchsvollere Literatur (und weil du das Wort “anspruchsvoll” angesprochen hast. Ich glaube, du weißt was ich meine. Bücher wie Boyle oder “Menschenwerk”, etc.) interessiert habe, aber irgendwie bin ich doch wieder zu Young Adult und Jugendfantasy zurückgekehrt.

    Was die Diversität betrifft, hast du Recht. Das ist mir bis gerade eben gar nicht bewusst gewesen, aber wenn ich so an die Novitäten der letzten Jahre denke, war das Jugendbuch allen anderen Genres in Hinsicht auf wichtiger Themen weit voraus. Vielleicht liegt das daran, dass Kinder und Jugendliche noch nicht so festgefahren in ihren Meinungen sind. Sie sind offener gegenüber neuem, das könnte ich mir zumindest vorstellen.

    Ich glaube auch, dass ein großes Problem ist, dass es einfach keine Bücher für das Alter 20-35 gibt, wie du sagst. Oder zumindest wenige. Es gibt so wenige Bücher mit Protagonisten in dem Alter, die sich vielleicht noch selbst finden müssen, ins Berufsleben starten oder irgendwelche anderen Hürden bewältigen müssen. Die einzigen Protagonisten in dem Alter sind die aus New Adult-Romanen und da ist der Fokus dann doch häufig auf College und Sex. Was auch nicht unbedingt jeden anspricht, wie du selbst sagst.

    Ich finde diesen Beitrag wirklich ganz, ganz toll!
    Liebste Grüße, Kate

    1. Hi Kate! Danke für den Kommentar. Ja, ich denke auch, dass gerade YA so divers geworden ist, weil Jugendliche noch keine so festgefahrenen Meinungen haben und es eher annehmen. Ich hoffe aber, dass die Erwachsenenliteratur mitzieht, wenn sie merkt, dass auch erwachsene LeserInnen sich darauf einlassen und eher zu YA greifen, als zu Büchern für ihre Altersgruppe.

      Was die Protagonisten zwischen 20-35 angeht, ist aber echt nicht viel zu holen. Vielleicht lese ich deshalb ja eher historische Romane, in denen die Protagonisten komischerweise oft eher jünger sind (auch sehr oft noch Teenager), obwohl die Bücher für Erwachsene sind. Ich habe, nachdem ich den Artikel geschrieben hatte, mal ein bisschen geguckt und wirklich kaum zeitgenössische Literatur mit Figuren unter 40 gefunden. Echt schade.

  3. Hey!
    Tatsächlich habe ich mich selber noch nie gefragt, wieso ich YA lese.
    Aber du hast nun einige tolle Gründe geliefert, bei denen ich total mitgehen kann, denn auch ich lese gerne Literatur, die Themen mitten aus dem Leben behandelt, und wenn es das bezüglich Erwachsenen nicht gibt greife ich halt zu Büchern über jüngere Menschen. Nicht selten kann ich mich trotzdem identifizieren, auch wenn die beschrieben Dramen und Probleme ein paar Jahre zurück liegen (ich bin 29). Dennoch tun mir solche Geschichten irgendwie immer gut, sie erweitern meinen Horizont und öffnen mir auch schon mal die Augen. Ich lese aber auch sehr gerne New Adult, da sind die Themen schon ein wenig “erwachsener”, auch oft problematisch, aber nicht im Sinne von “Wer bin ich, wer will ich mal sein, was sind meine Werte” etc.
    Meine Mutti liest übrigens auch sehr gerne YA/NA und ist 63 Jahre alt. Ich kann mir vorstellen, dass es für sie einfach “erfrischend” ist, mal über jüngere Menschen zu lesen. Ich glaube Bücher, in denen die Personen so alt sind wie sie, reizen sie null 😀

    Danke für diesen tollen Artikel!

    Liebe Grüße,
    Nicci

    1. Hi! Deinen Kommentar kann ich eigentlich nur unterschreiben. Ich mag es einfach gern, wenn Geschichten zum Nachdenken anregen und das macht YA wirklich viel mehr, als Erwachsenenliteratur. Auch, wenn dann oft Bücher dabei sind, bei denen ich die schwierigen Themen nicht ganz so gut behandelt finde, sind diese mir immer noch lieber, als immer nur Bücher, in denen die Themen überhaupt nicht angesprochen werden. Dass deine Mutter auch noch YA liest, finde ich richtig cool. 😀

      1. Da hast du recht 🙂
        Und so lange die “Erwachsenenbücher” scheinbar derartige Themen nicht “brauchen” bleibe ich bei YA 🙂

        Ja, das finde ich auch toll. Sie rastet manchmal richtig aus und will die Bücher immer unbedingt alle lesen, die sie so bei den Bloggern sieht, denen sie folgt 🙂 Oftmals liest sie Bücher weit vor mir und kauft dann immer direkt die ganze Reihe haha.

  4. Toller Beitrag, kann ich komplett nachvollziehen. Diese Chick Lit Romane lese ich auch nur noch selten, habe die in der Jugend lieber gelesen, aber mag die aus dem selben Grund wie du nicht mehr. Ich kann mich damit nicht identifizieren und es fehlen in meinen Augen auch Bücher, die auf die Mid-Zwanziger zugeschnitten sind. Wir sind so ne Zielgruppe die komplett rausfällt. Die meisten Bücher zielen auf Jugendliche oder halt erwachsene ab, aber wo werden wir repräsentiert? Warum nicht mal ne spannende Dystopie mit einer Figur die Mitte Zwanzig ist und die Teenie Probleme schon hinter sich hat, aber trotzdem noch afu der Suche nach ihrer Identität und Berufung ist? Auch wenn ich immer noch gerne Young Adult Romane im Bereich Fantasy und Krimi lese, so würde ich mir doch wünschen, dass man diese Lücke mal füllt. Und was die Repräsentation anbelangt hast du bei Erwachsenenliteratur recht, gerade in Krimis begegnen mir so gut wie nie mal unterschiedliche Nationalitäten oder sexuelle Orientierung. Mit der Zeit geht man da nicht unbedingt, aber wie soll dann der Horizont von erwachsenen erweitert werden? Viele haben damit ja immer noch ein Problem und gerade Bücher könnten dafür sorgen ,dass man sich beispielsweise mit den Problemen und Ängsten von homosexuellen auseinandersetzt und diese dann auch besser nachvollziehen kann.

    Was die Sexszenen anbelangt: Die finde ich auch immer sehr nervig. In Maßen ist es ja okay, wenn man dann aber nur provozieren möchte, kann ich damit gar nichts anfangen bzw. finde auch viele davon unrealistisch oder problematisch. Die ganzen Erotikbücher oder Erotikthriller meide ich deshalb, übrigens auch im Young Adult Bereich. Da bin ich auch kein Fan von Liebesromanen, weil mich die Darstellung der Beziehungen da zu sehr nervt. Das sind oft Dreiecksdinger oder wo der männliche Protagonisten einfach nur unverschämt ist und ein Arschloch, dass aber okay ist, weil er ja soo toll aussieht und mit so vielen Dämonen zu kämpfen hat. Das entschuldigt aber nicht, andere herablassend zu behandeln.

  5. Hey Katrina,

    Ein grandioser Beitrag.

    Ich lese oft YA der Abwechslung wegen und weil ich mich dort mehr wiederfinden, also zumindest von den Erfahrungen her.

    Bei Erwachsenenliteratur werden zu viele Klischees bedient. Wo bleiben dort die 30 jährigen Protagonisten, die einfach nur angestellt sind, allein leben oder in einer Beziehung ohne Kind? Deren Leben jetzt nicht aus der Affäre mit dem Chef besteht oder Wertenbummlerei oder der Flucht vor dem Ex in ein fremdes Land? Oder man nehme die unzufriedene Ehefrau… Gibt es nie eine, die zufrieden ist?

    Dass es an Diversity in allen Formen fehlt, darauf bist du super eingegangen.

    Ich frage mich wirklich, wann sich das Rad weiter dreht. Die Generation ist doch schon dort angekommen. Warum die Literatur nicht?

    Liebe Grüße Tina

  6. Hallo,

    früher habe ich immer gesagt: ich werde nie aufhören, Jugendbücher oder YA zu lesen. Warum auch nicht? Aber jetzt bin ich 42, und seit in paar Jahren schwindet mein Interesse daran… Es ist keine bewusste Entscheidung, ich finde nicht, dass Erwachsene keine Jugenbücherlesen sollten, ich fühle mich einfach zunehmend mehr zu anderen Büchern hingezogen.

    Diversity finde ich auch in Büchern für Erwachsene, zum Beispiel in “Walkaway” von Cory Doctorow, in dem man ganz nebenbei erfährt, dass ein wichtiger Charakter schwarz ist, ein lesbisches Pärchen per Leihmutter Kinder bekommt oder ein Charakter non-op transsexuell ist. Oder im Krimi “Das Ende aller Geheimnisse” von Stefan Keller, in dem die erste schwarze Kriminalkommissarin Deutschlands ermittelt.

    Aber du absolut hast recht, wir brauchen noch mehr davon, in allen Genres und allen Altersklassen!

    Mir wird in der YA zu oft die obligatorische Liebesgeschichte reingequetscht, am besten noch mit Dreiecksgeschichte, wie du schon sagst. Und diese Grautöne, die du ansprichst, sind mir sehr wichtig in den Büchern, die ich lese.

    Als Mensch mit Schwerbehinderung würde ich gerne mehr Bücher lesen, in denen Protagonisten in einer ähnlichen Situation leben, ohne dass das direkt zum Problem- oder schlimmer Betroffenheitsbuch gemacht wird.

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    LG,
    Mikka

  7. Hey 🙂
    Ein sehr interessanter und sehr gelungener Artikel! Ich kann mich in diesen Artikel definitiv wiederfinden.
    Ich selber liebe ja YA, aber in den letzten Monaten erwische ich mich immer wieder, wie ich mehr Literatur für Erwachsene lesen möchte, aber nicht genau weiß, wo ich anfangen soll, gerade weil so viele Themen mich nicht ansprechen und es inzwischen einfach so viel mehr Abwechslung innerhalb der YA Bücher gibt.
    Mir geht es da z.B. wie Eva. Ich bin zwar ein paar Jahre jünger mit meinen 21 (fast 22) und bin selber noch Studentin. Daher kann ich mich natürlich noch etwas mehr mit den Problemen von Teenagern identifizieren, aber eben nicht mit Charakteren, die schon mit beiden Beinen fest im Leben stehen, Kinder haben und sich gerade vielleicht scheiden lassen. Gleichzeitig merke ich aber auch, wie mir die Charaktere und Dramen in YA Büchern auf die Nerven geht, denn zwischen Schule und Uni ist dann doch noch ein ziemlicher Unterschied. Auch was die Reife der einzelnen Personen angeht. Deswegen greife ich wohl immer wieder auch gerne zu NA Büchern, weil die Charaktere mir ähnlicher sind, auch wenn die Bücher zum Großteil auf Romanzen und Sex aufgebaut sind.
    Ich hoffe wirklich, dass sich auch innerhalb der Literatur für Erwachsene sich etwas ändern wird. Auch, was die Diversität angeht. Ich bin war selber weiß, cis und hetero, aber auch ich möchte Bücher über Personen lesen, die anders sind als ich. Durch Literatur kann man so viel lernen und gerade jetzt zu diesen Zeiten kann es sicher nicht schaden. Außerdem verdient es JEDER sich in der Literatur repräsentiert zu fühlen und nicht nur Menschen die weiß, cis und hetero sind. Solange sich das wohl nicht mehr in der Erwachsenenliteratur widerspiegelt, werde ich wohl bei YA Büchern bleiben.

    Liebe Grüße
    Isabell

    1. Hallo Isabell! Danke für den schönen Kommentar. <3 Ja, es geht mir im Moment auch einfach so, dass ich gar nicht wirklich weiß, was ich lesen soll. Die Probleme in YA kann ich nicht mehr richtig nachvollziehen, die Probleme in Romanen über ältere Figuren aber auch (noch) nicht und das New-Adult-Genre, das ja eigentlich perfekt wäre, dreht sich nur um Romanzen und das ist einfach nicht mein Ding. lG, Kat

  8. Hallo Katrina,
    eine wirklich sehr schöner Beitrag. 🙂
    Ich lese selber auch sehr gerne YA und kann einige deiner Probleme nachvollziehen. Ich lese diese Bücher gerne, weil ich es auch mag, das sie häufig Themen aufgreifen, die man nicht immer in Erwachsenenliteratur findet. Obwohl ich mich auch nicht immer mit den Protas von YA Romanen identifizieren kann.
    Was mir aufgefallen ist, ist das viele Romane für Erwachsene sich ähneln. Ich lese sehr gerne Thriller und gerade in dem Bereich habe ich momentan das Gefühl, als würde es fast nur eine Geschichte geben, die von verschiedenen Autoren geschrieben wird. Aber ich glaube ich schweife ab. 😉
    Was ich sagen wollte, du hast einen sehr interessanten Beitrag geschrieben, den ich mit Begeisterung gelesen habe.
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

    1. Hallo Diana. Danke! Ich kann so gut nachvollziehen, was du schreibst. In der YA gibt es auch eine Menge Tropes, aber eben bei anderen Büchern auch. Besonders bei Krimis kann ich ebenfalls oft von vorn herein sagen, wie es ausgehen wird, einfach, weil ich genug andere gelesen habe, bei denen es genauso war. lG, Kat

  9. Liebe Katriona,

    interessanter Artikel. Auch, wenn ich dir nur in wenigen Punkten zustimmen kann. Ich persönlich lese gar kein YA und habe dieses Genre auch vollkommen übersprungen. Sobald es um Coming-of-Age geht, bin ich einfach raus.
    Ich denke, dass du dich in deinem Genre inzwischen sehr gut auskennst und da schnell die richtigen Titel für dich findest. Wenn du dich einem neuen Bereich näherst, dauert das natürlich erst mal wieder. Sowieso ist “Erwachsenenliteratur” eine so enorme Masse. Da findet man nur schwer die richtigen Titel.
    Ich denke, dass Lesen immer auch ein Suchen ist. Wenn man für sich das richtige Buch oder den richtigen Stil gefunden hat, wird es schnell langweilig. Man verändert sich und der eigene Geschmack und die Bedürfnisse auch. So bleibt man neugierig und offen 🙂
    Kennst du vielleicht die Ullstein Fünf – Bücher? Das sind Titel von teilw. recht jungen AutorInnen, die genau diesen Lebensabschnitt ab 25 beschreiben. Ich mochte “Schwimmen” zum Beispiel sehr. Darin konnte ich mich perfekt wiederfinden.
    Dir viel Erfolg weiter beim Suchen und Ausprobieren.
    Liebe Grüße
    Mareike

    1. Hallo Mareike,

      danke für die etwas andere Sichtweise, das fand ich wirklich spannend. Ich kann es auch so gut nachvollziehen. Wenn ich YA lese, dann meistens trotz der Coming-of-Age-Thematik und nicht wegen ihr. Sie geht mir mittlerweile sogar etwas auf die Nerven, aber die Geschichten mag ich trotzdem.

      Ich habe bei Erwachsenenliteratur einfach das Problem, das mich viel überhaupt nicht interessiert. Große Familiengeschichten sind nicht meins, genauso wie blutige Thriller. Natürlich gibt es noch viel anderes und ich finde auch Bücher, die mir gefallen, aber im Großen und Ganzen erzählt YA doch noch andere Geschichten, die mir mehr liegen, auch, wenn mir wie gesagt die Probleme der Jugendlichen nicht mehr so nahe gehen. Die Bücher, die du vorgeschlagen hast, schaue ich mir mal an.

      lG, Kat

  10. Auch wenn es mich mit meinen fast 20 Jahren noch nicht wirklich beschäftigt, kann ich deinen Beitrag vollkommen nachvollziehen und du hast wirklich wundervolle Gründe genannt. Nun kommen ja im YA-Genre immer mehr Bücher die über Diversität berichten und irgendwie habe ich die Hoffnung, dass wenn ich Mitte zwanzig bin, endlich die Bücher auch in anderen Romanen ankommen.
    Alles Liebe,
    Julia von https://thebookdynasty.de
    #litnetzwerk

    1. Hallo Julia! Ich hoffe auch, dass in ein paar Jahren Diversity einfach überall normal ist und dazugehört und es nicht bei YA bleibt. lG, Kat

  11. Hey,

    ein wirklich interessanter Beitrag! In vielen Punkten finde ich mich wieder, denn mit Ende 20 sind viele Themen in YA-Büchern nicht mehr wirklich relevant für mich und es fällt dann auch manchmal schwer, sich da hineinzuversetzen. Seltsamerweise habe ich aber früher gar keine YA gelesen, sondern erst in den letzten zwei, drei Jahren damit angefangen. Ausschlaggebend ist bei mir da tatsächlich die von dir angesprochene Diversität, die sich in dem Genre mittlerweile hervorgetan hat. Das, was mir in der Erwachsenen-Literatur fehlt, finde ich in YA-Büchern. Deshalb springe ich im Moment von einem Genre zum anderen und suche mir raus, was gerade irgendwie passt.

    Liebe Grüße
    Anka

    1. Hi Anka! Danke. <3 Ich habe früher extrem viel YA gelesen und leider auch nicht wirklich gute. 😬 Dann eine Zeit lang gar nicht (weil ich generell so gut wie gar nicht gelesen habe) und jetzt ist es sehr gemischt, eben auch wegen der Inklusion, die besonders in YA stattfindet, also eigentlich wie bei dir. lG, Kat

  12. Liebe Kat,
    was für ein gut durchdachter, wichtiger und interessanter Artikel!
    In sehr vielen von dir genannten Aspekten konnte ich mich wiederfinden. Ich lese zum Beispiel auch sehr gerne die Blackthorn Code Reihe, obwohl die Verlage als “Kinderbücher” eingeordnet haben. Und ich bin 24. Gleichzeitig habe ich öfters auch dieses “dazwischen” Problem: Young Adult kann mir zu jung sein, wenn die Protagonisten eher so 16 Jahre alt sind mit dementsprechenden Problemen und es mir schwer fällt, da zu 100% mitfiebern. Und New Adult ist auch nichts für mich, gerade im Liebesroman Bereich dreht es sich da meinem Eindruck nach öfters um Sex und Oberflächlichkeiten. Ist natürlich in Ordnung, nur nicht ganz mein Geschmack. Die Mitte fehlt irgendwie manchmal. .)
    Bei meinem eigenen Buchprojekt habe ich momentan auch das Problem mit der Genre Einordnung. Es geht um 4 Freundinnen, die sich am Ende der Realschule schwören, für immer befreundet zu bleiben. Natürlich bleiben sie das nicht, aber die Reihe zeigt ihre Freundschaft und die individuellen Lebenswege der Charaktere bis sie ca. 77 Jahre alt sind. Mit Zeitsprüngen ist das trotzdem eine mehrbändige Reihe und ich sehe es irgendwie einfach als Literatur an. Für Chick Lit ist es thematisch zu ernst, für YA sind die Charaktere ab Band 2/3 zu alt, für Erwachsenenliteratur sind die Charaktere in Band 1/2 zu jung.
    Auf alle Fälle ein ganz toller Beitrag, der mich auch zum Nachdenken anregt! Vielen Dank dafür 🙂
    Liebe Grüße,
    Yvonne

    1. Hallo Yvonne! Ja, das mit den Altersempfehlungen ist ja generell so eine Sache. Einige Sachen, die in den USA als Jugendbuch laufen, werden hier ja zum Beispiel auch als Erwachsenenbücher vermarktet, zum Beispiel Six of Crows. Wo genau da die Grenzen sind, scheint also keiner wirklich zu wissen.

      Das “Dazwischen”-Problem wird mich wohl auch noch eine Weile begleiten. Aber generell würden mich ja auch Bücher über ältere Menschen interessieren, wenn die Geschichten mehr Vielfalt bieten würden.

      Alles Liebe,

      Kat

  13. Hi Katriona,
    Schnappatmung, du kennst Donna Tartt! OMG! Da müssen wir uns mal austauschen … Sie gehört wirklich zu der Art “Erwachsenenliteratur”, die ich liebe, wobei ich auch gern mal zu YA greife, so lange es nicht zu platt ist. An Tartt sieht man zum Beispiel, dass jugendliche Helden (mit Coming of Age Stories) nicht notwendigerweise auf YA beschränkt sein müssen.
    Ich glaube, in der erwachsenen Genreliteratur (Krimi, Historischer Roman usw) wird man authentische ProtagonistInnen, wie du sie gerne hättest, nicht finden. Ich kann noch Elena Ferrante und Sarah Perry empfehlen. Da findet auf jeden Fall Entwicklung statt.
    Schöne #litnetzwerk-Grüße!

    1. Hi Sabine! Erstmal danke für die Empfehlungen, die schaue ich mir mal an. Und dann natürlich: Donna Tartt! <3 Mittlerweile ist es soweit, dass ich Buchempfehlungen nach Büchern durchgehe, die mit ihren Büchern verglichen werden. Passiert nicht so oft, aber so findet man schon zumindest hin und wieder mal ein Juwel.

      Ich hoffe aber wirklich, dass die Literatur für Erwachsene bald nachzieht. Das stagniert irgendwie alles und es muss einfach mal nach vorn gehen.

  14. Liebe Kat,
    ein toller Artikel. Ich lese eigentlich kaum YA, allerdings verfolge ich die Erscheinungen in den sozialen Medien und stimme Dir sehr zu, dass die Diversität in den anderen Gernes wenig Beachtung findet.
    Viele Themen, die angesprochen werden, finden (noch) gar nicht statt. Gerade bei den Älteren finde ich es wichtig sich eben auch über Themen, die ausserhalb der Komfortzone liegen, zu beschäftigen.
    Ich hoffe drauf, dass zukünftig mehr ” Erwachsenenbücher” mit mehr Diversität erscheinen!
    Lieben Gruß
    Isabel

    1. Hallo Isabel!

      Danke. <3 Ja, ich fände es auch gerade wichtig, dass erwachsene LeserInnen sich mehr mit Themen beschäftigen, mit denen sie im Alltag vielleicht gar keine Berührungspunkte haben. Ich hoffe, dass wir davon in Zukunft mehr sehen werden.

      Alles Liebe,

      Kat

  15. […] Bei Katriona von Stürmische Seiten habe ich einen interessanten Beitrag zum Young Adult-Genre gefunden, in dem sie der Frage nachgeht, was eigentlich danach kommt: Young Adult… und was dann? […]

  16. […] Young Adult … und was dann? – Den Blog Stürmische Seiten habe ich erst vergangene Woche entdeckt und ich bin ganz begeistert. Vom Design und den Beiträgen, durch die ich mich noch ein bisschen wühlen muss. Empfehlen kann ich dir aber schon einmal diesen hier. Es geht darum, warum viele noch Young Adult lesen, obwohl sie dem Genre eigentlich schon entwachsen sind. […]

  17. […] Stürmische Seiten: Young Adult… und was dann? […]

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