Zeitrauschen

Zeitrauschen #1: Januar 2019

Mein 2019 fing, um es mal positiv auszudrücken, rasant an. Wie einige von euch vielleicht wissen, stecke ich im Moment mitten in der allerletzten Phase meines Studiums und schreibe an meiner Masterarbeit, weshalb ich in meinem ersten Monatsrückblick kaum etwas anderes erzählen kann. Tatsächlich habe ich den Januar größtenteils mit meiner Masterarbeit und mit der Vorbereitung auf meine letzten Klausuren und Hausarbeiten verbracht. Deshalb kommt es mir gleichzeitig vor, als sei der Monat extrem schnell vergangen und doch sehr voll gewesen. So wird es wohl auch noch bis Ende März weitergehen und was dann kommt? Ich bin selbst sehr unsicher, aber auch gespannt.


GELESEN

Ich habe im Januar drei Bücher beendet und zwei weitere begonnen. Mein erstes Buch für 2019 war “Die Todesfee der Grindlay Street” von Oscar de Muriel, der dritte Teil seiner Krimi-Victoriana-Reihe “Frey & McGray”. Die Reihe ist sowas wie mein Guilty Pleasure, denn sie ist ziemlich problematisch, aber ich mag die komplexen Fälle und das Setting, Edinburgh. Leider hat der dritte Teil, obwohl er stark angefangen hatte, mich am Ende ziemlich enttäuscht, sodass ich im Moment keine Lust auf den vierten Band habe.

Dafür konnte mich Karen M. McManus’ neuer Roman “Two Can Keep a Secret” wirklich überzeugen. Vom Debut der Autorin war ich ja nicht so angetan, aber dieser Jugendthriller, der ein bisschen wie eine Mischung aus Pretty Little Liars und Twin Peaks wirkt, besticht mit interessanten Figuren, einem wunderschönen Setting und einem komplexen, mysteriösen Fall, der dafür gesorgt hat, dass ich das Buch nur so durcheskaliert habe. Ein weiterer Jugendthriller ist “This is Our Story” von Ashley Elston, den ich leider nicht sehr gut fand. Die ersten paar Seiten von diesem Roman hatte ich bereits im September gelesen und ihn dann weggelegt und ich kann nicht sagen, dass es sich gelohnt hat, ihn noch zu beenden. Die Geschichte hat mir nichts gegeben und leider wirkten Figuren und Plot nicht besonders gut ausgearbeitet.

Begonnen habe ich darüber hinaus noch “Schlaf nicht ein“, einen Jugendhorrorroman von Michelle Harrison, der schon seit 2014 auf meinem SuB lag. Das Buch ist umfangreicher, als ich erst gedacht hatte (kleine Schrift!), sodass ich nur langsam vorankomme, doch bisher gefallen mir die umheimliche Handlung rund um Schlafstörungen und Geister und das Setting, das ländliche England im Sommer, sehr gut. Auch Sophie Kinsellas “Frag nicht nach Sonnenschein” finde ich nach rund einem Viertel, das ich schon gelesen habe, ganz nett. Der Roman kommt leider nicht an ihre älteren Bücher heran, die ich sehr liebe, aber er ist witzig und macht gute Laune, genau das, was ich bei dem Stress in letzter Zeit brauche.


NEUZUGÄNGE

Im Januar gab es ungewöhnlich viele Neuzugänge bei mir, da ich ein paar Schnäppchen machen konnte und mir von meinem Weihnachtsgeld ein paar Bücher gegönnt habe. Gestern, am letzten Tag des Monats, kam überraschend noch Leigh Bardugos neuer Roman “King of Scars” bei mir an, der eigentlich erst Mitte Februar geliefert werden sollte. Ich freue mich sehr darauf, nochmal in die Welt der Grischa eintauchen zu dürfen und bin mehr als gespannt auf diesen Roman. Mit “Bring Me Their Hearts” von Sara Wolf ist ein weiterer High-Fantasy-Roman dazugekommen. Ich wusste sehr wenig über dieses Buch, bevor ich es gekauft habe, aber da das eBook für knapp 1,50€ zu haben war und die Handlung rund um eine Unsterbliche, die ausgeschickt wird einen Prinzen zu töten, spannend klang, habe ich nicht gezögert. Das Buch ist als “Heartless: Der Kuss der Diebin” auch auf Deutsch erschienen.

Dann sind mir noch zwei Angebote über den Weg gelaufen, die ich nicht ablehnen konnte, denn es ging um zwei Bücher, die ich schon länger unbedingt lesen möchte. Ich habe den historischen Roman “The Disgrace of Kitty Grey” von Mary Hooper, der von sozialen Grenzen und Armut im Regency-London handelt, sowie den Jugendthriller “A Good Idea” von Cristina Moraco jeweils für ein paar Euro bekommen und freue mich sehr auf beide Bücher. Dann ist noch ein Jugendthriller bei mir eingezogen: “Little Monsters” von Kara Thomas klingt wie ein weiterer Roman in Pretty-Little-Liars-Manier und ich liebe das halt einfach. Darüber hinaus wurde ich von Freunden davon überzeugt, dass ich jetzt auch endlich mal mit Rick Riordans “Percy Jackson“-Reihe anfangen muss, sodass dank Weihnachtsgeld noch Band eins und zwei dazugekommen sind.

Dass es so viel ist, ist für mich sehr ungewöhnlich, doch ich hatte diesen Monat einfach wirklich Glück, was Angebote und Schnäppchen betraf. Das einzige Buch, das ich gedruckt und neu zum Originalpreis haben musste, ist natürlich “King of Scars”, denn ich liebe Leigh Bardugo und habe mir das Buch jetzt als Belohnung dafür, dass ich meine letzte Klausur ever überstanden habe, gegönnt, da der Erscheinungstermin genau auf den Tag der Klausur fiel. Aber rechnet im Februar nicht mit mehr als 1,2 Neuzugängen, nur, weil es im Januar recht viel war.


GEBLOGGT

Auch auf dem Blog war im Januar neben Rezensionen ungewöhnlich viel los. Es gab gleich zwei Mal Teegedanken und natürlich meine Auswertung der deutschsprachigen Jugendromane mit LGBTQ-Figuren 2018. Ich habe mir rund 400 Bücher aus deutschsprachigen Mainstreamverlagen angeschaut und geguckt, wie viele davon LGBTQ-Figuren in wichtigen Rollen mitbringen. Das Ergebnis war ernüchternd und hat mir gezeigt, dass der deutschsprachige Buchmarkt dem englischsprachigen deutlich hinterherhängt und sich da langsam echt was tun muss.

Dass es zwei Mal im Monat Teegedanken gab, war nicht geplant. Eigentlich war nur der Post zu Asexualität in der Young-Adult-Literatur vorgesehen, doch durch die erneut aufgeflammte Diskussion über die #OwnVoices-Bewegung habe ich mich nur ein paar Tage später nochmal daran gemacht, einen weiteren Post zu schreiben, in dem ich erkläre, warum #OwnVoices-Romane so wichtig sind und warum es nicht darum geht, nicht betroffenen Autor.innen etwas wegzunehmen oder ihnen etwas zu verbieten, sondern darum, ein Bewusstsein für die ungleichen Chancen zu schaffen, die auf dem Literaturmarkt leider immer noch bestehen. Anfang des Monats habe ich außerdem noch die fünf historischen Romane vorgestellt, auf die ich mich 2019 am meisten freue.


VERLINKT

Auch auf anderen Blogs war im Januar natürlich wieder viel los. Zu allererst möchte ich auf das Interview hinweisen, dass die liebe Elena von Gedankenfunken mit mir gemacht hat. Schaut ruhig mal auf ihrem Blog vorbei!

Dann gab es zwei sehr interessante Beiträge zur aktuellen Debatte rund um Triggerwarnungen in Romanen. Warum sie notwendig sind, erklärt unter anderem Nela auf Alpakawolken in Allergenangaben sinnvoll? Die Triggerdebatte. Auch Laura von Skepsiswerke hat sich in Triggerwarnungen in Büchern dem Thema angenommen. Beide Posts sind schön geschrieben und machen gut verständlich, warum Triggerwarnungen keine Spoiler sind, sondern für viele Leute sehr wichtig.

Sehr gut gefallen hat mir diesen Monat auch die Rezension zu “Mercy Seat” von Elizabeth H. Winthrop auf Lesen in Leipzig. Ich hatte das Buch schon länger auf dem Radar, möchte es jetzt aber unbedingt lesen. Und, wem gerade nicht nach Lesen ist, sollte mal bei Ant1heldin vorbeischauen, denn sie hat diesen Monat 5 feministische Serien vorgestellt, von denen ich zum Teil noch nie gehört hatte. Nicht alle Serien sind was für mich, aber ich liebe die fünf Kurzrezensionen und vielleicht ist ja was für euch dabei.

Etwas ernster und schon ein bisschen älter ist Als Autorin darf ich alles – Stimmt das? auf Büchnerwald, doch der Post ist durch die neu aufgeflammte Diskussion zu #OwnVoices nach wie vor aktuell und, wie ich finde, sehr klar und nachvollziehbar geschrieben.


UND SONST SO?

Wie bereits gesagt, mein Januar war zumindest, was soziale Dinge angeht ein Non-Event, da meine Deadlines für meine letzten Uni-Aufgaben immer näher rücken. Trotzdem habe ich zumindest ein bisschen was zu erzählen. Ich habe über den Monat hinweg die ersten beiden Staffeln der australischen Krimiserie Miss Fishers mysteriöse Mordfälle geschaut, die in die 1920er in Melbourne entführt, und bin hin und weg. Ich hätte mir vielleicht gewünscht, dass besonders queere Figuren seltener Mordopfer gewesen wären, doch es gibt zumindest queere Figuren und PoC in dieser historischen Serie und das ist leider selten. Dazu kommen tolle, komplexe Figuren, oft skurrile Mordfälle und umwerfend geniale Kostüme, die trotz des geringen Budgets überzeugen. Sobald ich die dritte und letzte Staffel gesehen habe, werde ich der Serie noch einen eigenen Post widmen.

Dann habe ich mir endlich Love, Simon angesehen undg während ich den Film durchaus süß fand und vor allem wichtig – queere Romcoms aus Hollywood sind schließlich extrem selten – hat er mich nicht völlig überzeugt. Der Film wirkte doch sehr auf ein heterosexuelles Publikum zugeschnitten und die ständigen Seitenhiebe auf eine Figur, die sich nicht in heteronormative Muster drängen lässt, sowie das völlig verkitschte Ende fand ich unnötig. Desweiteren bin ich enttäuscht, dass Leah, die in der Romanvorlage, sowie in ihrem eigenen Roman “Leah on the Off-Beat” dick ist, mit einer dünnen Schauspielerin besetzt wurde. Alles in allem fand ich den Film okay, aber man hätte vieles besser machen können.

Richtig begeistern konnte mich hingegen Ocean’s 8, den ich mir auch endlich angesehen habe. Ich liebe Heist-Geschichten und ich habe schon die erste Trilogie der Reihe rund um Danny Ocean sehr gemocht. Mit einem Team, das nur aus Frauen besteht, die ausgerechnet auf der berühmten Met Gala einen riesigen Juwelendiebstahl wagen, konnte dieser Film mich jedoch noch viel mehr überzeugen, denn coole Frauenfiguren, ein Heist und Mode deckt so ungefähr alles ab, was ich von einem Film wollen könnte. Favoriten wie Sandra Bullock, Cate Blanchett, Rihanna und Anne Hathaway in Hauptrollen zu sehen war dann noch die Kirsche auf dem Eisbecher.

Musiktechnisch hielt der Januar auch noch eine Überraschung bereit, denn Vampire Weekend haben nach sechs Jahren endlich neue Musik veröffentlicht und die beiden Songs, Harmony Hall und 2021, gefallen mir sehr gut und machen neugierig auf das neue Album, das wohl auch noch dieses Jahr kommt. Yay!


Beitragsbild: Maddi Bazzocco, via Unsplash 

4 Kommentare

  • Jennifer

    Liebe Katriona,

    vielen Dank für die Verlinkung 🙂
    Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht dazu gekommen, deinen so oft gelobten Beitrag zu LGBTQ-Figuren im Mainstream zu lesen. 400 Bücher sind in der Tat eine ganze Menge! Ich bewundere, dass du dir die Zeit dafür genommen hast, man merkt, wie wichtig dir das Thema ist. Das Lesen deines Beitrags werde ich nun ganz schnell nachholen!

    Liebe Grüße
    Jennifer

  • Madame Lustig

    Hallo Katharina,

    Nachdem ich von “Das Lied der Krähen” so begeistert war, freue ich mich sehr darüber, mit “King of Scars” ein weiteres Mal in die Grischa-Welt einzutauchen. Allerdings werde ich auf die deutsche Übersetzung warten.

    Über Triggerwarnungen in Büchern wird ja nun schon eine ganze Weile diskutiert und auch, wenn ich verstehe, wieso sie für viele Menschen wichtig sind, bin ich dagegen, dass sie in Büchern stehen. Warum, habe ich vor einiger Zeit selbst verbloggt. Dass ich geben Warnungen in Büchern bin, heißt allerdings nicht, dass ich gegen Warnungen generell bin. Ein QR-Code neben dem Scan-Code zum Beispiel, über den man dann einsehen könnte, ob es Triggerwarnungen für das Buch gibt, fänd ich super.

    Ganz liebe Grüße,
    Maike

    • Katriona

      Hallo Maike! Auf die deutsche Ausgabe bin ich auch gespannt, weil mich immer interessiert, wie Titel und Cover sich unterscheiden werden. 😀

      Triggerwarnungen dürfen meiner Meinung nach sehr gern auch mit im Buch stehen. Wenn ich sie nicht brauche, kann ich sie ja überblättern. Das habe ich bei einigen amerikanischen Jugendbüchern in letzter Zeit auch schon gesehen. Die Idee mit dem QR-Code finde ich aber auch richtig gut, weil man darüber auch mehr ins Detail gehen könnte.

      lG,

      Kat

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