Lasst mich mit euren “starken” Frauen in Ruhe

14. Februar 2019Katriona

Die “starke” Frauenfigur ist mittlerweile ein richtiges Buzzword geworden. Sie taucht überall und ständig auf, wenn Menschen ihre Lieblingsbücher weiterempfehlen. “XY ist eine starke Frau, das macht das Buch so besonders!” Entwickelt hat sie sich wohl, weil uns allen die typische Frauenfigur in der Romantasy der frühen 2000er auf den Geist gegangen ist. Ihr wisst schon, die Frau, die von ihrem Love Interest schlecht behandelt wird, nichts allein auf die Reihe bekommt und immer nur gerettet werden muss.

Wir wollten “starke” Frauen damals. Frauenfiguren, die sich selbst retten können, die eigenständig sind und sich nichts gefallen lassen. Aber: Careful what you wish for. Denn am Ende ist die “starke Frau”, die wir bekommen haben, auch nicht feministischer, als die Jungfrau in Nöten. Ganz im Gegenteil.

“STARK”: VON GENDER ROLES, TROPES & IDEALBILDERN

Was macht die “starke” Frau aus? Sie kann draufhauen. Oft geht es darum. Sie scheut sich nicht Gewalt anzuwenden, setzt ihren Willen durch und hat immer einen coolen Spruch auf den Lippen. Sie ist ein Archetyp, genauso wie die Jungfrau in Nöten einer ist: Dieselben drei Charaktereigenschaften, immer und immer wieder recyclet und als feministisch verkauft, aber am Ende eben doch ein Archetyp und am Ende auch wieder nur ein Idealbild, denn die “starke” Frau ist natürlich immer konventionell attraktiv und sie passt in alle Rollenbilder, auch, wenn sie so tut, als wäre es nicht so.

Nehmt Sarah J. Maas’ Celaena Sardothien aus “Throne of Glass”. Sie ist die harte, “starke” Auftragsmörderin, aber natürlich ist sie trotzdem hübsch, wird beim Anblick schöner Männer sofort schwach und ist romantisch und, besonders in späteren Bänden, auch sexuell meist verfügbar.

Die “starke” Frau ist einmal mehr nichts weiter als die romantisierte Idee eines Ideals. Sie ist leer. Sie ist im Young-Adult-Bereich selten eine Figur, in der sich junge Leser.innen wiederfinden können und in Romanen für Erwachsene ist sie meistens, wie soll ich es anders sagen, nicht viel mehr als Projektionsfläche:

Sie ist natürlich schön, sie ist oft das Love Interest und sie kann mit einem Schwert umgehen und gibt auch mal Widerworte – Am Ende ist sie aber trotzdem die Jungfrau in Nöten, die zerschmilzt, sobald ihr Love Interest ihr einen Blick schenkt, die alles für ihn fallen lässt und die sich dann doch als “ganz Frau” herausstellt, wenn die typischen Tropes dazukommen, zum Beispiel die alte “Ich bin wie ich bin, weil ich keine Kinder bekommen kann”-Masche, mit der wir zum Beispiel im Fall von Marvels Natasha Romanoff beglückt wurden.

Denn, man merke sich: Cis männliche Helden sind cool, hart und badass auf die Welt gekommen. “Starke” Frauen bekommen meistens einen Grund mit, besonders hässlich wird es, wenn es sexuelle Gewalt ist, die dann durch hartes Auftreten verarbeitet wird. Denn wo kämen wir hin, wenn Frauen einfach so von Genderrollen abweichen würden?

Und wo kämen wir hin, wenn sie tatsächlich Geschlechterrollen ablehnen würden, anstatt nur ein weiterer Archetyp zu sein, der weiblich konnotierte Ideale wie Schönheit und einen romantischen Charakter mit ein bisschen Rebellion Marke “Guck mal, ich hab ein Schwert!” vereinen. Die Sache ist: Eure “starken” Frauenfiguren können vielleicht ein Schwert halten und beim Armdrücken gewinnen, aber sie sind genauso wenig feministisch, wie die Jungfrau in Nöten, die immer wieder als unfeministisch verschrien wird. Denn eines sind sie allesamt nicht: Komplexe Figuren.

FRAUEN (UND ALLE ANDEREN) DÜRFEN SCHWACH SEIN

Was wir brauchen, sind komplexe Frauenfiguren. Frauen und Mädchen, die kompliziert sind und echt, mit guten und schlechten Seiten. Frauen und Mädchen, die stark sein können, aber auch schwach sein dürfen. Denn “stark” ist nicht dasselbe wie “komplex”. Die meisten “starken” Frauenfiguren erinnern, besonders in der Young Adult, oft eher an Karikaturen dessen, was Leute für “stark” halten.

Oft werden ihnen einfach als typisch männlich betrachtete Eigenschaften übergestülpt, oft lehnen sie weiblich konnotierte Interessen ab, und das ist ein Riesenproblem, denn “stark” und “männlich” sind keine Synonyme. Mit der “starken” Fantasy- oder historischen Heldin, die nähen hasst und lieber das Schwert schwingt, könnt ihr mich jagen, denn weiblich konnotierte Interessen als weniger wert oder sogar unnütz und lächerlich darzustellen ist hochgradig problematisch.

Eine weibliche Figur, die nicht kämpfen möchte, ist nicht gleich unfeministisch. Eine weibliche Figur, die weiblich konnotierte Interessen hat, ebenfalls nicht. Hier fallen mir als gute Beispiele immer zuerst Katniss Everdeen aus Suzanne Collins’ “Hunger Games” und Alina Starkov aus Leigh Bardugos “Grischa”-Trilogie ein. Beide Reihen behandeln dasselbe Thema: Junge Frauen, die in die Rolle der “starken” Kämpferin gedrängt werden, obwohl sie diese gar nicht wollen.

Diesen Konflikt finde ich extrem spannend und in beiden Reihen genial dargestellt. Umso unschöner finde ich, dass beide Reihen genau dafür kritisiert wurden. Dass Katniss und Alina eigentlich gar nicht kämpfen wollen, dass sie ihre Ruhe wollen, dass sie zu Spielsteinen werden und sich aus dieser Rolle befreien müssen, wird beiden als “Schwäche” ausgelegt und Schwäche dürfen “starke” Frauen nicht zeigen. Aber das ist durch und durch problematisch.

Denn Schwäche muss dazu gehören dürfen. Echte Menschen (auch (cis) Männer) sind nicht immer stark und authentische, komplexe Frauenfiguren müssen sich auch entscheiden dürfen. Liegt wahre Stärke nicht darin, zu wissen was man will und sich dafür einzusetzen, es zu bekommen? In meinen Augen schon. Frauenfiguren, die blutrünstig mit dem Schwert in die Schlacht rennen, die große Heldinnen sein wollen, sind in meinen Augen genauso wenig sinnvoll, wie willenlose Frauenfiguren, die ihre männlichen Love Interests alles entscheiden lassen, wenn sie keine weiteren Charaktereigenschaften haben.

Beide Figuren sind am Ende leere Hüllen, weil sie platt sind, weil sie keine Ecken und Kanten haben, weil sie wandelnde Tropes sind, keine authentischen Figuren. Und wir brauchen nicht noch mehr leere Hüllen, besonders, wenn sie am Ende auch noch gefällig in Geschlechterrollen passen.

KOMPLEX STATT STARK: SCHREIBT FRAUEN, KEINE TROPES

Dazu kommt, dass wir aufhören müssen, unsere “starken” Frauenfiguren in Ideale zu pressen. Eine Frauenfigur muss nicht zwingend schön, cis, hetero und weiß sein, die meisten aber sind es. Ihr “Ausbruch” aus Geschlechterrollen darf nur innerhalb von gesellschaftlichen Normen stattfinden und da wird das Ganze dann auch ein bisschen skurril. Ein bisschen Ausbruch ist erlaubt, aber nur, wenn du trotzdem in alle gesellschaftlichen Ideale passt. Dabei ist Feminismus, in dem nur weiße, cis, hetero Frauen Platz haben, sehr wenig wert.

Eure “feministischen”, “starken” Frauen sind nichts weiter als wenig originelle Abziehbilder, wenn sie alle weiß, cis und hetero sind und sich auch nur für andere weiße, cis, hetero Frauen einsetzen. Wenn sie alle auch noch konventionell attraktiv sind, haben wir wirklich ein Problem, denn wenn ihr die Gruppe Frauen, die ihr zu repräsentieren bereit seid, so stark einschränkt, wen repräsentiert ihr dann noch wirklich? Für wen schreibt ihr diese “starken” Frauen?

Am Ende ist es ganz einfach: Egal wie “stark” ihr sie gestaltet, perfekte Frauen, die über ihre “Stärke” hinaus kaum Charakter haben, bringen uns nicht weiter, besonders, wenn sie auch noch in Idealbilder und Geschlechterrollen gestopft sind, die ihr Ausbruch nicht überschreiten darf. Wir müssen komplexe, authentische Frauenfiguren schreiben. Frauen, die Makel haben, schwache Momente, Agenda, Motivation, Frauen, die kompliziert sein dürfen.

Schreibt eure Frauen doch einfach mal als authentische Menschen und geht nicht mit dem Anspruch an sie heran, dass sie in ein Trope der “starken” Frau passen müssen. Schreibt doch auch einfach mal Frauen außerhalb gesellschaftlicher Idealbilder von Schönheit und Geschlechterrollen. Queere Frauen, PoC Frauen, Frauen, die Beeinträchtigungen haben, dicke Frauen… Schreibt Frauenfiguren, in denen sich eure Leser.innen wiederfinden können, keine leeren Hüllen, deren “Stärke” darin besteht, dass sie wissen, an welcher Seite man ein Schwert anfasst.

Und eins noch: Hört auf, cis männliche Autoren dafür zu feiern, wenn sie uns erklären, wie man “starke” Frauenfiguren schreibt. Ob jemand wie G.R.R. Martin das gut macht oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich kann euch aber sagen, dass es sinnvoller ist, Frauen zu fragen, was für Frauenfiguren sie sich wünschen, mit welchen Frauenfiguren sie sich am besten identifizieren können und was sie nicht mehr sehen können.

Denn, jetzt kommt die größte Überraschung, Frauen sind Menschen. Sie können euch selbst sagen, was sie lesen möchten. Das müssen euch nicht cis Männer erklären. Cool? Cool. Es ist eigentlich ganz einfach: Frauen mit eigener Agenda statt aufgezwungener “Stärke”. Komplexe Frauenfiguren, statt “starke” Frauenfiguren. Frauenfiguren, die zuerst Menschen sind und nicht “starke Frauen”-Tropes, die niemanden wirklich repräsentieren. Schreibt Frauen. Verschiedenste Frauen, mit Motivation, Charakter und Agenda. Keine Tropes.


Beitragsbild: Nicole Honeywill, via Unsplash


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Comments (20)

  • Jenny

    14. Februar 2019 at 23:42

    Hi!
    Ein wirklich genialer und toller Beitrag und ich freu mich gerade, dass ich schon immer genauso gedacht habe, mir damals nur nicht bewusst war, dass es mit Feminismus zu tun hat.
    Als ich ToG gelesen habe, hab ich mich gefragt was alle mit Celeana wollen? Ich fand sie so unglaubwürdig. Sie konnte einfach alles und das perfekt. Sie war groß, schön, unbesiegbar im Nahkampf, Schwertkunst, Bogenschießen… dann liest sie natürlich, ist gebildet und spielt Klavier. Jo, also irgendwann reicht es auch. Das kann ich doch nicht ernst nehmen, so bin ich nicht und will ich nicht sein.
    Katniss und Alina sind für mich viem greifbarer und Näher. Vor allem Katniss. Gerade in Band 3, wie sie komplett von ihrer PTBS mitgerissen wurde hat mich so beeindruckt. Da hat Collins in meinen Augen grandiose Arbeit geleistet. Endlich ein Charakter der nicht “stärker” wird nach solchen Kämpfen, sondern Schwäche zulässt und mit normalen/verständlichen psychischen Problemen zu tun hat.

    Ich will Charaktere die weinen können und trotzdem stark sind. Frauen, die pummelig sind und trotzdem zufrieden oder gerade deshalb. Frauen die Mensch sein dürfen und keine Rolle erfüllen.
    Mehr Katniss, mehr Alina.

    Liebste Grüße,
    Jenny

    1. Katriona

      15. Februar 2019 at 11:29

      Hi! Mir ist das zuerst so stark aufgefallen, als ich von Fantasy zu Contemporary gewechselt bin, wo es mit den komplexen Frauen schon deutlich besser klappt. Da ist mir klar geworden, was mir immer gefehlt hat. Und Frauenfiguren, mit denen man sich wirklich identifizieren kann, sind ja auch eigentlich nicht zu viel verlangt, denke ich. 😀 Katniss’ Entwicklung finde ich einen richtig guten Punkt und je mehr ich darüber nachdenke, umso trauriger finde ich, dass der letzte Band so dafür kritisiert wurde, welche Entscheidungen Katniss trifft. Ich fand es sehr nachvollziehbar und realistisch.

      Bei Alina gab’s ja auch ein bisschen Aufregung, weil [Achtung, leichte Spoiler] sie es ausschlägt, Königin zu werden und ihre Ruhe will. Sie wurde direkt als weniger stark betrachtet, weil sie nicht weiter Spielball und mächtig sein will und das finde ich schon etwas erschreckend, weil einige das Trope, dass Frauen sich aufopfern müssen, um stark zu sein, wohl sehr internalisiert haben. Ich möchte generell einfach mehr Frauenfiguren sehen (oder Figuren generell), auf die Krieg auch Auswirkungen hat und die auch einfach mal nur nach Hause wollen.

      LG,

      Kat

  • Elisa

    16. Februar 2019 at 13:12

    Hallöchen,

    wirklich toller Artikel, der gut meine Gedanken zu dem Thema wieder gegeben hat.
    Ich mochte zwar weder “The Hunger Games ” noch “Grisha” einschließlich der Protagonistinnen (wenn auch aus anderen Gründen, als die, die du in deinem Artikel), aber du erklärst gut, wie weibliche Charaktere geschrieben werden sollten. “Throne of Glass” mochte ich als es mit 16 anfing zu lesen, als dann aber die späteren Bücher raus kamen gefiel mir die Reihe nicht mehr. Ich erkenne außerdem heute wie problematisch die ersten Bände waren. Celeana mochte ich allerdings schon, als ich das erste Buch mit 16 las, nicht. Sie ging mir damals schon richtig auf die Nerven und war als Charakter stark unglaubwürdig.

    Ein fantastischer Artikel über das Problem mit “Strong Female Characters” erschien vor eigen Jahren im New Statesman und ist mein go to um zu erklären, warum ich die Trope nicht mag. https://www.newstatesman.com/culture/2013/08/i-hate-strong-female-characters

    Um es mit den Worten der Autorin zu sagen: “Finally, when I think of what I want for female characters, I find myself thinking of what the performance poet Guante wants for himself, in this poem where he rejects the limitations of the insulting commandment “Man Up”. So if he’ll forgive me for borrowing and paraphrasing …

    I want her to be free to express herself

    I want her to have meaningful, emotional relationships with other women

    I want her to be weak sometimes

    I want her to be strong in a way that isn’t about physical dominance or power

    I want her to cry if she feels like crying

    I want her to ask for help

    I want her to be who she is

    Write a Strong Female Character?

    No.”

    LG
    Elisa

    1. Katriona

      21. Februar 2019 at 11:38

      Hi Elisa! Ich mochte den ersten Band von Throne of Glass damals auch, finde aber auch im Nachhinein vieles eher problematisch und habe die Reihe auch gar nicht weiter verfolgt. Den Artikel schaue ich mir direkt mal an, kann dem zitierten Teil aber auch total zustimmen!

  • Ariana

    16. Februar 2019 at 14:12

    Was für ein genialer Artikel!
    Ich selbst ärgere mich bei Büchern immer wieder über die klischeehaften Figuren – sei es nun die “schöne” und “unschuldige” oder aber die “furchtlose” aber natürlich auch wieder schöne Frau oder ihre männlichen Pendants. Nebst der Tatsache, dass diese ziemlich unrealistisch sind, machen sie auch die Lektüre oft ziemlich vorhersehbar. Sobald eine Person mit einem komplexeren Charakter auftaucht, wird es erst richtig spannend. Kannst Du denn Bücher empfehlen, in welchen die Frauenrollen interessant besetzt waren (abgesehen von Elfenkrone)?
    Liebe Grüsse
    Ariana

    1. Katriona

      21. Februar 2019 at 11:36

      Hi Ariana! Vielen Dank! Ja, so geht es mir auch. Bei Empfehlungen kommt es stark drauf an, was du gern liest. In der Fantasy finde ich es im Moment immer schwieriger, Frauenfiguren zu finden, die keine Tropes sind. Richtig positiv ist mir “Sadie” von Courtney Summers aufgefallen, aber das ist ein Thriller. Ich glaube, Jude aus “Elfenkrone” hat mich gerade so sehr beeindruckt, weil Figuren wie sie bei Fantasy leider eher selten sind… “Solange wir lügen” von E. Lockhart hat auch eine sehr komplexe Ich-Erzählerin, ist aber auch eher Contemporary/Thriller. Da funktioniert das viel besser.

  • Nadine Klein

    21. Februar 2019 at 18:41

    Ein sehr schöner Beitrag! Als Teeangerin habe ich noch gerne von kämpferischen “starken” Frauenfiguren gelesen, die keine Hilfe benötigen und alle im Alleingang umbringen. Ich glaube nach den Biss-Büchern wollte ich keine “schwache” Protagonistin haben, sondern eine schlagfertige Superheldin, die quasi ein Vorbild darstelle, so wie ich nie war, aber sein wollte. Mittlerweile weiß ich, dass Stärke weiter gegriffen ist und nicht bedeutet ach so gut mit einem Schwert umzugehen. Daher mag ich Sydeny in der Bloodlines Reihe als Protagonistin sehr, da sie durch ihre Intelligenz und andere Werte sich auszeichnet und so für ihre Freunde sich einsetzt. Ebenso wird Sansa oft als schwach bezeichnet, wobei sie eine komplexe Frauenfigur darstellt, die von einem naiven Mädchen zu einer selbstbwussten Frau wird, zwar nicht ihre Ziele wie ihre Schwester Arya mit einem Schwert durchsetzt, dafür aber auf ihre Art andere Wege findet.
    Liebe Grüße
    Nadine

    1. Katriona

      10. März 2019 at 11:40

      Hi Nadine! Ja, ich habe auch etwas gebraucht um zu erkennen, dass die “starke” Heldin eigentlich wieder nur ein Archetyp ist, der nicht wirklich mehr Mehrwert hat, als die typische Bella-Swan-Figur. Wobei Bella zumindest noch Eigeninitiative gezeigt hat, während ihre Nachfolgerinnen dann nur noch gerettet wurden und nichts selbst auf die Reihe bekamen. :’) “Bloodlines” habe ich nie gelesen und mit GoT kann ich auch nicht so viel anfangen, aber freut mich, dass es da tolle Figuren gibt.

      lG, Kat

  • Yvonne

    28. Februar 2019 at 16:25

    Hallo Kat,
    mal wieder ein großartiger Beitrag! Mir gehen diese weiblichen Protas a la Throne of Glass mittlerweile nur noch auf die Nerven. Immer sind sie so cool, so gut im Kämpfen (“stark”, nur halt in körperlicher Hinsicht) und dann kommen sie oft noch in ein Schloss und finden die Kleider da so doof und Pink und eww und dann ziehen sie sich heimlich Hosen an oder so, weil sie ja so cool sind. In realen YA Büchern tragen sie dann Turnschuhe und verurteilen die Mean Girls, die High Heels tragen. Ich habe das Gefühle, es gibt sehr viele diese extreme. Die verpeilte schüchterne a la Bella Swan, das nerdy Turnschuh Girly und das badass kämpfer Mädchen, dass aber natürlich trotzdem total hübsch und romantisch und sexy usw. ist.
    Ich will von Frauen lesen, die emotional sind, die Kleider tragen und trotzdem stark sind, weil “stark” nicht auf Schwert kämpfen beschränkt ist. Ja, genau, der Jude Charakter klingt großartig! Genau so will ich auch lesen bzw. schreiben. Wie gut, dass ich mir Elfenkrone aus der Bibliothek ausgeliehen habe 🙂 Ich hoffe, ich mag es auch. Bin schon sehr gespannt!
    Liebe Grüße,
    Yvonne

    1. Katriona

      10. März 2019 at 11:37

      Hi Yvonne! Du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht: “Stark”, aber trotzdem in irgendwelche Ideale gepresst, anstatt als echte Menschen gezeigt. Das geht mir auch so auf die Nerven… Ich hoffe, dass dir “Elfenkrone” so gut gefallen wird, wie mir. Viel Spaß!

      lG, Kat

  • Linkliebe № 22 | Meergedanken

    4. März 2019 at 10:01

    […] Lasst mich mit euren „starken“ Frauen in Ruhe […]

  • Fremde Funken 02/2019 | Gedankenfunken

    13. März 2019 at 10:02

    […] einen Beitrag zu begrenzen. Dieses Mal möchte ich die Aufmerksamkeit gern auf den Beitrag „Lasst mich mit euren „starken Frauen“ in Ruhe“ lenken, da dies ein Thema ist, dass mir mittlerweile sehr oft sauer aufstößt. Denn eine […]

  • Sarah | Pergamentfalter

    4. Mai 2019 at 20:01

    Liebe Katriona,

    was für ein toller Beitrag!
    Deine Ausführungen kann ich sehr gut nachvollziehen und unterschreiben. “Starke” Frauenrollen schön und gut, aber realistischer werden die Figuren dadurch trotzdem nicht. Ganz abgesehen davon, dass mir “stark” in solchen Büchern viel zu oft mit physischer Stärke gleichgesetzt wird, was wiederum an das Klischee vom “starken Mann” anschließt, nur dass es dieses Mal um Frauen geht. Besser wird es dadurch definitiv nicht. Es bleibt einfach nervig.

    Liebe Grüße
    Sarah

    1. Katriona

      11. Mai 2019 at 12:10

      Hallo Sarah! Ja, das kann ich so unterschreiben. Ich finde das auch sehr schade und nervig. lG, Kat

  • Grit

    4. Mai 2019 at 21:47

    Dein Beitrag spricht mir sowas von aus der Seele. Ich hasse es, wie viele Figuren von einem Klischee ins nächste fallen. Und das schlimmste ist, dass ich selbst oft von starken Figuren spreche und mich erst jetzt im Nachhinein dabei ertappe, dass dieses von mir verwendete ‘stark’ eigentlich für soviele Eigenschaften steht, die ich unfairerweise unter nur diesem Wort vereine. Das muss ich in Zukunft ändern. Die Eigenschaften sind es wert, einzeln genannt zu werden. Danke für diesen Weckruf.

    LG
    Grit

    1. Katriona

      11. Mai 2019 at 12:12

      Hi Grit! Ja, ich habe den Begriff auch lange Zeit benutzt und cringe jetzt immer ein bisschen, wenn ich ihn in einer alten Rezension von mir sehe. Er ist für mich mittlerweile sehr negativ behaftet. Ich versuche generell, mich besonders bei Fantasy und in historischen Romanen jetzt mehr mit den weiblichen Figuren auseinanderzusetzen und nicht einfach zu sagen, dass sie “stark” sind, denn das Wort ist mittlerweile irgendwie so leer. lG, Kat

  • Anett

    5. Mai 2019 at 08:42

    Hallo Katriona,
    ein sehr guter Beitrag und ich kann das nur so bestätigen!
    Die meisten Bücher bestehen aus Klischees und das diese von einem ins nächste fallen ist nicht gerade hilfreich.
    Ich habe es auch satt, von Frauen zu lesen, die so gar nichts “normales” an sich haben, das nervt mich. Deswegen habe ich auch aufgehört, so viel Fantasy oder ähnliches zu lesen – am Ende ist es doch nur immer das Gleiche.
    Ich hoffe mal, dass endlich mal ein Umdenken bei den (meisten) Autoren/innen statt findet!

    Liebe Grüße Anett.
    #litnetzwerk

    1. Katriona

      11. Mai 2019 at 12:14

      Hi Anett! Ja, das ist auch bei mir der Grund, warum ich das Genre nicht mehr so viel lese, wie früher. Wenn es schon mit dem typischen “Sie hasst Handarbeiten und möchte lieber reiten” oder so anfängt, bin ich raus. Warum geht nicht mal beides oder so? lG, Kat.

  • Lilly Lesepanda

    9. Mai 2019 at 12:56

    Hi,
    der Begriff “starke Frau” bedeutet sicher für viele etwas anderes. Die Vorwürfe (wenn man es denn so nennen kann) in deinem Beitrag verstehe ich, denn für mich klingt das nach einer Prota die einfach nur ein Gimmick bekommen hat und ansonsten di gleiche, wie vor 20 Jahren ist.

    Liebe Grüße
    Lilly

    1. Katriona

      11. Mai 2019 at 12:15

      Hallo Lilly! Ja, ich denke auch, dass viele den Begriff anders verwenden oder es positiv meinen. Für mich ist er mittlerweile nur sehr negativ behaftet, weshalb ich ihn vermeide und lieber versuche zu erklären, warum sich eine weibliche Figur für mich stark anfühlt. Das mit dem Gimmick ist eine gute Beschreibung. lG, Kat.

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