Zeitrauschen #2: Februar 2019

Der Februar war kurz – und das nicht nur, weil er nur 28 Tage hatte. Mein Februar stand ganz im Zeichen der letzten Dinge, die ich für die Uni zu erledigen habe und meiner Masterarbeit. Auch mein Umzug hat sehr viel Zeit gekostet, sodass ich am Ende kaum gelesen habe. Zwei Bücher sind es trotzdem geworden, auch, wenn ich mir gewünscht hätte, ich hätte mehr gelesen, denn der Ausgleich hat mir im Februar deutlich gefehlt. Ich merke es mir für März, denn ein Gutes hat so ein Umzug: Man wird praktisch gezwungen, sich mit seinem SuB auseinanderzusetzen und meiner steht jetzt schön sortiert in einem eigenen Regal (und starrt mich vorwurfsvoll an).


GELESEN

Wie gesagt habe ich im Februar nur zwei Bücher gelesen, aber beide haben mich voll überzeugt. I Was Born For This von Alice Oseman stellte sich als richtiger Feel-Good-Roman heraus, der nicht nur ein charmanter Band-Fandom-Roman ist, sondern auch ernstere Töne anschlägt und tolle Repräsentation mitbringt, die die Figuren nicht definiert, aber eben Teil ihrer Identität ist. Die beiden Ich-Erzähler sind zum Beispiel eine asexuelle Muslima (und Fangirl) und ein indischstämmiger trans Junge (und Rockstar) und ich habe beide so sehr geliebt, als Figuren, aber auch für die gut geschriebene Repräsentation. Dazu kommt, dass Alice Oseman ein sehr gutes Gespür für Internetkultur und Fandom in den 2010ern mitbringt, das den Roman aus den vielen ähnlichen Geschichten der letzten Zeit herausstechen lässt.

Auch sehr gut gefallen hat mir Sadie von Courtney Summers. “Sadie” ist ein psychologischer Thriller, der eigentlich nur auf dem Papier Jugendbuch ist, denn er ist die Geschichte einer jungen Frau, die alles riskiert, um den Mörder ihrer Schwester zu finden. Dabei spricht Courtney Summers immer wieder hässliche Wahrheiten an und schafft so einen ungewöhnlichen, durchaus feministischen Thriller, der mitnimmt und beschäftigt. Ich habe es selbst nicht gehört, aber ich höre immer wieder, dass besonders das englischsprachige Hörbuch sehr gelungen sein soll, da der Podcast, der fester Bestandteil des Romans ist, dort noch viel besser zur Geltung kommt, als abgedruckt. Deshalb möchte ich das Hörbuch noch unbedingt nachholen.

Darüber hinaus habe ich noch Someone New von Laura Kneidl angefangen und leider zieht sich der Roman für mich sehr. Das liegt zum einen daran, dass ich in der zweiten Monatshälfte zum Lesen so gut wie gar keine Zeit gefunden habe, aber leider auch am Buch. Der Roman wurde als wichtig und inklusiv beworben und während mir die Geschichte durchaus gefällt, bin ich von der Diversity etwas enttäuscht, denn leider werden die Figuren oft auf ihre Diskriminierung reduziert. Besonders nach “I Was Born For This” von Alice Oseman, wo die Diversity so gut und authentisch gelungen ist, habe ich richtig Probleme mit “Someone New”, der Darstellung von Diskriminierung und auch mit der sehr privilegierten Heldin, die leider vieles nicht zu verstehen scheint. Die Rezension folgt wohl im März.


NEUZUGÄNGE

Im Februar gab es wieder ungewöhnlich viele Neuzugänge. So ist “Nicht nur ein Liebesroman” von Emma Mills als englischsprachiges eBook auf meinem Kindle eingezogen. Eigentlich ist Contemporary Romance ja nicht so mein Genre, aber wie der Titel schon sagt, handelt es sich nicht nur um einen Liebesroman, denn es geht auch um die Suche nach einem verschwundenen Gemälde und sowas finde ich spannend. Angie Thomas’ neuer Roman “On the Come Up” hat über Audible zu mir gefunden und ich freue mich schon richtig auf diese Geschichte rund um ein Mädchen, das Rapperin werden möchte, der sich aber einige Probleme in den Weg stellen. Angie Thomas schreibt einfühlsam über Armut und Rassismuserfahrungen von BPoC in den Vereinigten Staaten und ihre Bücher sind unglaublich gut und unglaublich wichtig.

Eines Tages in Paris” habe ich geschenkt bekommen und ich freue mich schon richtig auf die Geschichte, in der es eine Amerikanerin nach Paris und tief in die Geschichte einer jungen Frau in der Belle Époque führt. Und dann sind da noch “The Bedlam Stacks” von Natasha Pulley, ein historischer Roman, der ins Peru des neunzehnten Jahrhunderts mitnimmt, und “Grim Lovelies” von Megan Sheperd, der Auftakt einer Urban-Fantasy-Reihe, die ebenfalls in Paris spielt – Doch dieses Paris ist düster und magisch. Paris ist gut vertreten diesen Monat, denn ich hatte schließlich auch noch “Enchantée” von Gita Trelease vorbestellt, das ebenfalls ein magisches Paris verspricht, jedoch in den Monaten vor der Französischen Revolution. Ich bin sehr gespannt auf diese Bücher und hoffe, dass ich sie bald lesen kann und der SuB nicht noch weiter anwachsen wird.


GEBLOGGT

Neben den Rezensionen zu den beiden Büchern, die ich diesen Monat gelesen habe, habe ich auch Eine wie wir von Dana Mele rezensiert. Ich habe das Buch letztes Jahr auf Englisch gelesen und diesen Februar ist der spannende, inklusive Internatsthriller auch in Deutschland erschienen. Darüber hinaus gab es genau wie im Januar auch im Februar zwei Teegedankenposts von mir. Ich habe mich einerseits mit dem Trope “Starke Frau” auseinandergesetzt und damit, warum ich es nicht sehr feministisch und sogar schädlich finde. Der zweite Artikel handelt von der Darstellung dicker Menschen in unserer Literatur und warum wir mehr auf Fatshaming und Tropes achten müssen, was das angeht. Viel gebloggt habe ich im Februar nicht, aber ein bisschen was ist ja doch zusammengekommen.


VERLINKT

Dafür habe ich einige tolle Artikel auf anderen Blogs entdeckt. Auf Feminismus oder Schlägerei hat Michelle ebenfalls über Body Positivity geschrieben. In “Warum wir dringend über Body Positivity sprechen müssen” erklärt sie, warum Fatshaming so ein Problem ist und welche Vorurteile es gibt.

Annas ausführlichen Artikel “Games und Ethik: Die Frage nach Missbrauch in Red Dead Redemption 2” habe ich schon vor einigen Monaten gelesen, doch da sie ihn heute noch einmal geteilt hat, möchte ich ihn auch unbedingt noch einmal empfehlen, denn er ist extrem wichtig.

Auch Aurelias Beitrag “Feminismus, cis Männer und Kultur: Für mich ist das kein Spaß” auf Geekgeflüster finde ich sehr wichtig und lesenswert.

Auf Seitenglück hat Yvonne mit “Das Problem beim Bookstagram-Hype” Probleme angesprochen, die ich beim Thema Hype ebenfalls sehe.

Karo von Fiktion.fetzt hat sich mit “Hamlet” von Shakespeare auseinandergesetzt und abgewogen, ob der Klassiker sich lohnt. “Ein echter Klassiker: Hamlet – lesen oder nicht lesen, das ist hier die Frage” ist eine detaillierte, unterhaltsame Rezension, die ich als Shakespeare-Fan sehr gern gelesen habe.

Eine weitere Rezension, die mir gut gefallen und mich neugierig gemacht hat, ist die zu “Die verborgenen Stimmen der Bücher” von Bridget Collins auf I Am Jane. Mir war die englische Ausgabe (“The Binding”) schon untergekommen, aber erst durch Julianes Rezension wollte ich das Buch unbedingt lesen.

Und noch eine Rezension: Eva-Maria Obermann von “Schreibtrieb” hat “Bad Boy Stole My Bra” von Lauren Price gelesen. Letztes Jahr war die Aufregung um dieses Buch groß und ich finde toll, dass sie sich damit auseinandergesetzt hat, was das Buch jetzt tatsächlich kann – oder eben nicht.

Und dann war da natürlich noch Janikas Rezension zu “Someone New” von Laura Kneidl auf Zeilenwanderer, die mir – leider – auch aus der Seele spricht.

Ebenfalls sehr lesenswert und unterhaltsam fand ich die Posts von Karo von Fiktion.fetzt und Sabine von Ant1heldin zu den besten – und schlechtesten – Sherlock-Holmes-Geschichten. Sabines Post “Wenn Holmes den Täter am Flüstern erkennt” hat mich richtig zum Lachen gebracht und auch Karos “Ein kniffliger Fall: Die besten und schlechtesten Sherlock-Holmes-Geschichten” hat mir gut gefallen und jetzt habe ich richtig Lust, selbst mal wieder Sherlock Holmes zu lesen – aber lieber die guten Geschichten.


UND SONST SO?

Auch für Serien und Filme war diesen Monat leider nicht allzu viel Zeit. Ich habe mir aber die Mini-Serie “Titanic” von 2012, geschrieben von Julian Fellowes, bekannt durch “Downton Abbey”, angesehen und auf meinem anderen Blog findesiècle rezensiert. Mir hat die Serie sehr gut gefallen und ich würde sie allen Titanic-Fans empfehlen – und darüber hinaus allen, die gut gemachte, historische Dramen mögen. Ich wollte mir außerdem “Isn’t It Romantic?” auf Netflix ansehen, habe das aber noch nicht geschafft. Auch die neue Verfilmung von “Vanity Fair” habe ich noch nicht gesehen. Davon erzähle ich euch dann Ende März.

Darüber hinaus habe ich in den letzten Februartagen zur Entspannung wieder etwas Sims 4 gespielt und mich in StrangerVille umgesehen. Das neue Gameplay-Pack hat ein bisschen was von “Stranger Things” und vor allem “Welcome to Nightvale” (es gibt sogar eine Glow Cloud), doch obwohl ich am Anfang skeptisch war, hat mir das Pack am Ende sehr gut gefallen. Die kleine Story rund um die merkwürdigen Vorkommnisse in StrangerVille hat fast schon etwas von einem Adventure Game und lässt sich gemütlich in ein paar Tagen durchspielen. Darüber hinaus ist StrangerVille einfach eine wunderschön designte Spielwelt im mittleren Westen der USA, komplett mit Cowboy- und American-Gothic-Ästhetik, die mit 11 Grundstücken für ein Gameplay-Pack recht groß ist und viel neuen Wohn- und Bauraum bietet.


Beitragsbild: Mel Poole, via. Unsplash

2 Kommentare zu „Zeitrauschen #2: Februar 2019“

  1. Ich mag Monatsrückblicke total gerne und lasse mich davon immer inspirieren – insbesondere über die Links habe ich mich sehr gefreut – es ist immer schön, wieder auf neue Blogs zu stossen.
    Liebe Grüsse
    Ariana

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