• Teegedanken

    Warum spielt eigentlich alles in den USA?

    Hand aufs Herz: Als ich als Teenager meine ersten literarischen Gehversuche gemacht habe, habe ich über das Setting gar nicht groß nachgedacht: USA natürlich! New York City, um genau zu sein, denn dort spielte das absolute Lieblingsbuch meines dreizehnjährigen Ichs, Meg Cabots “Plötzlich Prinzessin”.  Erst mit der Zeit habe ich begonnen, mir auch mal andere Schauplätze für meine Geschichten auszugucken und gleichzeitig habe ich auch beim Lesen immer mehr darauf geachtet, wo die Romane eigentlich spielen. Und ein Großteil spielt eben in den USA, oder genauer gesagt: “Irgendwo in Amerika”, denn meist ist der Handlungsort von Urban Fantasy und Young Adult irgendeine kleine, fiktive Stadt im Nirgendwo, wenn es nicht…

  • Teegedanken

    “Damals” war oft anders: Historisch korrekt ist kein Argument

    “Damals war das aber so!” Wer hat das im Diskurs um historische Fiktion noch nicht gehört? Meist wird dieser kleine, so frustrierende Satz als Totschlagargument eingeworfen, damit man die Diskussion endlich gewinnt, denn wer kann schon gegen historische Korrektheit argumentieren? Ich. Und ihr auch! Denn dieses “damals”, das angeblich so oder so war, war oft anders als gedacht und ist auch gar nicht so leicht zu definieren, wie man glauben möchte. Eine der ersten Lektionen, die ich in meinem Geschichts- und Archäologiestudium gelernt habe, ist, dass es oft keine eine Wahrheit geben kann, wenn man über Geschichte spricht, und je weiter man in der Zeit zurückschaut, umso mehr wird Geschichte…

  • Teegedanken

    Verwischte Grenzen: Wenn Literatur problematisch ist

    Ich wollte mich aus dieser Debatte eigentlich raushalten. Doch schon seit Nina Hasses Post zu Pseudoromantik in der Literatur beschäftigt sie mich und jetzt, da die Diskussion einmal mehr hochkocht, möchte ich auch – kurz – Stellungsnahme dazu beziehen, denn es ist ersichtlich geworden, dass sie nicht so bald vorbei sein wird. Und das finde ich auch wichtig. Denn sie kommt ja nicht umsonst zu einem Zeitpunkt, zu dem unsere Gesellschaft sich endlich im Allgemeinen mehr mit Problematiken wie Missbrauch oder dem Ausnutzen von Machtpositionen, siehe Hollywood, auseinandersetzt. Warum sage ich jetzt was, obwohl es schon hunderte vor mir getan haben? Weil mir das Thema wichtig ist. Sehr wichtig sogar,…

  • Teegedanken

    Teegedanken: Das Histo-Genre hat ein Problem

    Ein neuer historischer Fantasyroman erscheint, geschrieben von einer Historikerin, die gern betont, wie wichtig es ihr ist, historisch korrekte Romane zu schreiben1. Dieser Roman handelt, unter anderem, von Alexander dem Großen. Auf über 500 Seiten wird gekämpft, geliebt und intrigiert, aber ein kleines historisches Detail “vergisst” die Historikerin: Alexander der Große war bisexuell2. Er und Hephaestion waren nicht nur gute Freunde, wie es in ihrem Roman steht. Alexander hatte Affären und Beziehungen mit Männern und Frauen. In diesem angeblich so mühsam recherchierten Roman ist Alexander aber heterosexuell. Sein Interesse an Männern fällt bequem unter den Tisch. Das nennt man Erasure. Es passiert im historischen Roman am laufenden Band und ich…

  • Teegedanken

    Teegedanken: Wieso gruseln wir uns so gern?

    Auf den ersten Oktober freue ich mich jedes Jahr, denn der Oktober ist mein Lieblingsmonat. Sobald es wieder so weit ist, werden die gemütlichen Pullover aus dem Schrank geholt, noch mehr Tee getrunken als sowieso schon, bei Starbucks nur noch Pumpkin Spice Latte bestellt, der Twittername in etwas für Halloween angemessenes geändert und – haufenweise Grusel- und Horrorromane gelesen. Ich weiß, dass einige von euch ähnlich ticken. Der Herbst ist eine wundervolle Jahreszeit. Aber warum gehören für viele von uns Grusel, Horror und Halloween so fest zum Herbst dazu? Wieso gruseln wir uns so gern? Ich persönlich ziehe gemütlichen Grusel oder psychologischen Horror übrigens klassischem Splatterhorror vor. Mir geht es…

  • Teegedanken

    Warum Zeitreiseromane mich selten überzeugen

    Fast immer, wenn ich einen Zeitreiseroman rezensiere, fängt die Rezension damit an, dass ich gestehe, dass ich bei Zeitreiseromanen extrem vorsichtig bin. Deshalb habe ich mir überlegt, dass es vielleicht keine so schlechte Idee ist, mal zu erklären, woran das liegt, denn es ist ein Muster, das sich stetig wiederholt (fast schon wie ein tückisches Zeitreiseparadoxon). Die Sache ist, ich mag Zeitreiseromane nicht nur, ich liebe sie sogar. Gut gemachte Zeitreiseromane gehören zu meinen liebsten Büchern und ich weiß, dass es nicht leicht ist, einen guten Zeitreiseroman zu schreiben. Es muss nicht nur eine Welt stimmig beschrieben werden, sondern meistens zwei oder sogar mehrere und dazu kommt, dass man sich…

Privacy Policy Settings