Richtlinien

Was passiert hier?

Ich rezensiere Bücher (und vielleicht mal Comics, Serien oder Filme). Das mache ich sehr detailliert, seit ich keine Punktevergabe mehr vornehme, meine Rezensionen sind meistens zwischen 1000 und 2000 Wörtern lang. Mir ist wichtig, genau zu erklären, wenn mich etwas stört, denn mit einem simplen “Das fand ich nicht so gut” ist es nicht getan. Nicht nur, weil ich selbst schreibe und daher weiß, wie viel Arbeit in ein Buch fließt, sondern vor allem, damit Leser.innen wissen, was genau das Problem war.

Einerseits ist mir das wichtig, weil ich besonders problematische Aspekte nicht nur kritisieren möchte, sondern auch erklären, warum sie problematisch sind. An dem Buch, um das es geht, ändert das dann nichts mehr, aber es kann helfen, die Problematik für Leser.innen verständlich zu machen. Andererseits kann es aber auch sein, dass jemand denkt: “Das finde ich überhaupt nicht schlimm”, das Buch trotzdem liest und Gefallen daran findet, was vielleicht nicht passiert wäre, hätte ich einfach gesagt: “Das ist schlecht.”

Mir ist es wichtig, fair zu rezensieren. Dazu gehört aber auch Ehrlichkeit. Wenn mir etwas nicht gefällt oder ich etwas kritisch finde, dann sage ich das auch, genauso, wie ich ehrlich sage, wenn ich etwas liebe. Dabei versuche ich immer sachlich zu bleiben, doch natürlich handelt es sich bei meinen Rezensionen trotzdem immer um meine subjektive Meinung, die nicht jede.r teilt.

Meine Rezensionen sind zudem zu 95% spoilerfrei. Eine große Ausnahme mache ich, wenn ein Roman Gender, Sexualität oder ganz generell die Identität einer marginalisierten Figur als Plot Twist, schockierende Überraschung oder großes Geheimnis nutzt. Ein Roman, bei dem es ein Spoiler wäre, im Klappentext zu erwähnen, dass die Figur queer oder anderweitig marginalisiert ist, macht etwas falsch, denn das ist keine Repräsentation: Ich kann mich nicht repräsentiert fühlen, wenn ich gar nicht weiß, dass eine Figur queer ist.

Mir ist es wichtiger, euch wissen zu lassen wer auf welche Weise repräsentiert und inkludiert wird, als um solche Spoiler herumzureden, die am Ende betroffenen Leser.innen auch noch schaden können, wenn die eigene Identität mal wieder als schlimmes Geheimnis, das nicht verraten werden darf und am Ende des Romans schocken soll, dargestellt wird.


Was wird hier rezensiert?

Ich rezensiere vorrangig Romane mit queeren Hauptfiguren. Das heißt, Romane deren Held.innen lesbisch, schwul, bi, pan, trans, asexuell oder auf andere Weise nicht cis und hetero sind. Das tue ich, weil mir Repräsentation und inklusive Literatur am Herzen liegen und, weil ich helfen möchte, diese Literatur für Leser.innen, die sie brauchen oder suchen sichtbar und verfügbar zu machen.

Es müssen jedoch nicht immer Hauptfiguren sein: Auch Nebenfiguren können schließlich Repräsentation liefern. Hier gibt es aber Grenzen. Um es kurz zu sagen gilt bei mir die Regel: Wenn der Roman ohne die Figur nicht funktionieren würde, ist die Nebenfigur präsent genug, um nicht nur zu repräsentieren, sondern auch zu inkludieren.

Natürlich ist auch der bisexuelle beste Freund, der jedoch für den gesamten Roman im Urlaub auf Mallorca ist, Repräsentation: Solche Figuren können helfen, Queerness im Bewusstsein der Leser.innen zu normalisieren. Inklusiv ist eine solche Figur aber nicht. Deshalb habe ich mich entschieden, nur Bücher vorzustellen, in denen die queeren Nebenfiguren präsent sind und aktiv in die Handlung eingebunden werden.

Was Genres angeht, bin ich relativ offen, ich habe aber natürlich Lieblingsgenres, denen ihr hier öfter begegnen werdet. Ich mag zum Beispiel sehr gern Young-Adult-Contemporary, besonders Thriller, aber auch Urban Fantasy und Mystery. Was ihr hier selten finden werdet, ist jedoch Gay Romance. Ich weiß, dass es in dem Genre tolle Ausnahmen gibt, von denen sicherlich auch ein paar herfinden werden, doch leider kann ich an dem Genre sehr wenig finden.

Außerdem werde ich versuchen, einen Fokus auf Own-Voices-Romane zu legen, also auf Romane, die von Menschen geschrieben wurden, die die Marginalisierung von der sie erzählen selbst erleben. Es ist mir wichtig nicht nur ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass diese Bücher existieren und von uns allen gelesen werden können und sollten, sondern auch dafür, dass queere und auf andere Weise marginalisierte Autor.innen auf dem Buchmarkt immer noch geringere Chancen haben, als nicht marginalisierte Autor.innen.


Triggerwarnungen

Ich nutze Triggerwarnungen, oder besser gesagt sogenannte Content Warnings. Das bedeutet, dass ich vorwarne, wenn ich in meinen Rezensionen Themen anspreche, die betroffene Leser.innen triggern könnten. Triggerwarnungen sind keine Spoiler, sondern für viele Menschen, die Traumata erfahren haben, wichtig. Sollte euch auffallen, wenn ich vergesse eine CW zu setzen, sagt mir bitte Bescheid, damit ich sie nachtragen kann.

Privacy Policy Settings